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Monatsspruch für November vom 01.11.2018

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. (Offb 21,2)

Was wird einmal geschehen, wenn unsere Erde vergehen wird? Wo werden wir sein? Wo wird Gott sein? Wir wissen es nicht. Niemand weiß es. Niemand kann es wissen. Aber wir können hoffen und darauf vertrauen, dass Gott, so wie er uns auch jetzt im Leben begleitet, das Ende und einen Neuanfang in seinen Händen hält.  Von dieser Hoffnung erzählen viele Texte in der Bibel. Einer der bekanntesten steht in der Offenbarung des Johannes. Seine Vision ist einerseits großes Kino und zum anderen sehr sanft und zärtlich. Die Vorstellung, dass die heilige Stadt, ein neues Jerusalem aus dem Himmel herabkommt, ist natürlich beeindruckend. Jerusalem ist die Stadt des Tempels, die Stadt Davids, die heilige Stadt. Jerusalem ist aber auch die Stadt, die oft zerstört wurde, Ort des Krieges und auch der Hinrichtung Jesu. Diese zerrissene Vergangenheit ist vergangen. Das neue Jerusalem ist nur noch heilig und vor allen Dingen schön. Aus der Beschreibung der Schönheit sprechen natürlich die Phantasien eines Mannes: bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Ich frage mich: Wie hätte eine Frau die Schönheit der heiligen Stadt beschrieben?
Johannes will beeindrucken. Und das tut er mit dieser Beschreibung des neuen Jerusalems, durch das das alte, hässliche, zerstörte Jerusalem hinter sich gelassen wird. Aber Johannes will nicht nur beeindrucken, sondern auch trösten. Dafür findet er kurz darauf ganz andere Worte, die nicht eine umwerfende Szenerie vor Augen führen, sondern zart und sanft sind: Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. (V4) Johannes denkt an die Leiden der Menschen, an ihren Schmerz und ihre Trauer. Seine Hoffnung ist es, dass Schmerz und Trauer der Vergangenheit angehören werden.
Was wird einmal geschehen, wenn unsere Erde vergeht? Wir wissen es nicht. Aber wir können hoffen und darauf vertrauen, dass Gott das Ende und auch einen Neuanfang in seinen Händen hält. Und wir können uns in Bildern ausmalen, wie das sein wird. Johannes bietet uns verschiedene Bilder an. Bilder die beeindrucken, wie das neue Jerusalem, das vom Himmel herabkommt. Und auch Bilder die trösten: Gott wird abwischen alle Tränen.
Meike Waechter