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Monatsspruch für März vom 01.03.2019

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein. (1. Sam 7,3)

Jeden Sonntag werden bei uns im Gottesdienst die Zehn Gebote verlesen. Wer die Zehn Gebote im Ohr hat, spricht sie innerlich mit. Die Gedanken verweilen dann nicht bei einem einzelnen Gebot oder bleiben mit einer Frage hängen, sondern folgen der Lesung bis zum Ende. Das erste Gebot lautet: Ich bin der Herr, dein Gott; du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Da wir keine anderen Götter haben, gibt es hier nichts zu hinterfragen.
Für den Propheten und Richter Samuel waren die anderen Götter eine offene, nagende Frage. Er musste sich mit ihnen auseinandersetzen, da zu seiner Zeit viele Menschen andere Götter anbeteten und Götterbilder und  Götterstatuen besaßen. Sie waren nicht sicher, ob ein Gott ausreichen würde und so beteten sie sicherheitshalber zu mehreren Göttern. So wie sie es auch bei Menschen anderer Völker sahen. Für Samuel war das eine untragbare Situation. Er ermahnte das Volk, all diese fremden Götter zu entfernen und das Herz wieder Gott, dem Herrn, zuzuwenden und ihm allein zu dienen.
Martin Luther hat den Satz geprägt: Woran du dein Herz hängst und worauf du dich verlässt, das ist eigentlich dein Gott. Er hat scharf erkannt, dass es nicht nur fremde Götter, Götterbilder oder –statuen sind, die unsere Herzen von Gott ablenken. Und Martin Luther zählt auf, woran Menschen gerne ihr Herz hängen: Geld und Gut, Wissen, Macht und Einfluss. 
Wenn wir diese Gedanken ernst nehmen, können wir nicht mehr behaupten, dass wir keine anderen Götter hätten. Wenn wir das nächste Mal die Zehn Gebote hören, können wir mit unseren Gedanken einen Moment beim ersten Gebot verweilen und uns die Frage stellen: Welchem fremden Gott ist mein Herz zugetan? Wonach richte ich mein Leben aus? Wem oder was vertraue ich? Was ist für mich das Wichtigste im Leben? Geld und Gut, Wissen, Macht und Einfluss?
Der kurze, uralte Satz des Propheten und Richters Samuel ist eine Aufforderung, die nicht nur seine Zeitgenossen damals betroffen hat, sondern eine Aufforderung, die auch uns heute tagtäglich hinterfragt und herausfordert.    Meike Waechter